Kurzbeschreibung:

Für ein international agierendes Versandhandelsunternehmen sollen Endkunden eines ausländischen Mandanten auch mit Nichtlagerware-Artikeln direkt aus Deutschland beliefert werden. Die bisherige Belieferung über Nachschub-Läger des Mandanten wird abgelöst.

Ergänzung:

Die Beschaffung der Ware beim Lieferanten wird über SAP angestoßen, als weiterer Schritt für die angestrebte Ablösung von Host-Funktionalitäten. Zur Reduktion der Schnittstellen-Komplexität werden Warenverfügbarkeitsmeldungen zentral von einem System an die Bestandsverwaltung gemeldet, und nicht wie bisher von den verschiedenen Lagersystemen. Im Rahmen der Agilen Software-Entwicklung (Scrum) erfolgt eine Feinanalyse auf Basis der angeforderten Fach-Funktionalitäten (Features). Über eine Ist-Analyse werden die Features in Pakete zerlegt, priorisiert und in Form von Storys an die Entwicklung gegeben. Anhand selbst definierter fachlicher Testfälle werden die in der Java-Applikation umgesetzten Funktionalitäten mit dem Entwickler abgenommen. Die Dokumentation aller umgesetzten Funktionalitäten erfolgt in Form von Use-Case-Dokumenten und Schnittstellenbeschreibungen. Fachliche Abläufe werden mit Hilfe der BPMN (Business Process Model and Notation) in Agilian modelliert.

Fachbeschreibung:

Die für Lagerware bereits erfolgte Anbindung des Mandanten an die Drittgeschäftslogistik-Systeme des Konzerns wird erweitert. Ein neuer Beschaffungsprozess für Nichtlagerware ist zu etablieren, ebenso ein Retourenprozess. Das Auftragssystem des Mandanten übergibt der Bestandsverwaltung mengenmäßige Bestellungen in Form von sog. Bestandsanfragen. Die Bestandsverwaltung erstellt entsprechende Bestandszusagen und verwaltet diese ohne Auftragsbezug. Anschließend stößt sie die Beschaffung der Ware beim Lieferanten an. Dabei sind - artikelabhängig - die verschiedenen Formen der Abwicklung (z.B. Versand ab Lieferant, Depot-Direktbelieferung) zu beachten. Nachdem Ware dem Mandanten als verfügbar gemeldet wurde, übermittelt der Mandant die Kundendaten (Lieferadresse). Die Ware wird über einen Konsolidierungspunkt in Deutschland direkt zum Endkunden im Ausland geliefert. Damit unterscheidet sich der Prozess stark von der herkömmlichen Nichtlagerware-Beschaffung, bei der immer ein Auftragsbezug vorhanden ist.